Die Befreiung – Sich aus zu engen Lebensmustern lösen

Silhouette einer Frau, die mit ausgebreiteten Armen vor einem Sonnenuntergang in die Luft springt

Frei sein ist sein können, wie man ist

Ohne Grenzen und Angst und dem Mist

Und du fliegst über den Asphalt

Was auch passiert, du bist dabei

Merkst wie der Schnee von gestern taut

Wachsen wieder Blumen in deinem Unkraut

Fühlt sich an wie die Befreiung, die Befreiung

Die Befreiung, die Befreiung

Du fühlst dich wie Little Buddha

Du erkennst dich endlich wieder

Die Befreiung · Bosse

Hast du schon einmal gespürt, wie eng das Leben werden kann, wenn du nicht sein kannst, wie du bist?

Wie in Ketten gelegt

Dominante, kontrollierende Menschen
Erdrückende Beziehungen
Manipulative Dynamiken
Einengende Systeme
Unpassende Arbeitsbedingungen
Festgefahrene Strukturen
Alte, überholte Denkweisen
Fremdauferlegte Grenzen
Blockierende Verhaltensmuster
Nicht dienliche Gewohnheiten
Unterdrückte Bedürfnisse

Marionette als Symbol für Fremdbestimmung, Manipulation und einengende Lebensmuster.

Manchmal sehnt sich unsere Seele einfach nach Befreiung aus dieser geistigen oder emotionalen Gefangenschaft. Nach Loslassen, Abschied und einem Neuanfang. Danach, alte Ketten zu sprengen und endlich wieder atmen zu können.

Was die Seele längst spürt, aber der Verstand nicht wahrhaben will

Wir sind oft erstaunlich gut darin, unseren Verstand ernster zu nehmen als unser Bauchgefühl. Und dafür gibt es natürlich gute Gründe: Das Bekannte fühlt sich sicher an, darin kennen wir uns aus. Außerdem könnte es wie Scheitern wirken, etwas hinter sich zu lassen und einen neuen Weg zu wagen. Und wer weiß schon, ob das Neue überhaupt gut gehen würde?

Unsere Seele dagegen weiß meist sehr genau, was uns guttut. Sie spricht ständig mit uns – die Frage ist nur, wann wir beginnen, ihr zuzuhören und sie ernst zu nehmen.

Zuerst flüstert sie ganz leise:

  • Sie stellt kritische Fragen
  • Sie schickt uns ein Gefühl von Unstimmigkeit
  • Vielleicht ein leichtes Ziehen im Bauch

Dann meldet sie sich immer nachdrücklicher:

  • Mit einer Grippe als kurzer Zwangspause
  • Mit Verspannungen
  • Mit Herzklopfen oder einem Engegefühl in bestimmten Situationen

Irgendwann schreit sie:

  • Mit dauerhafter Erschöpfung
  • Mit Krankheit
  • Mit einem Zusammenbruch

Was, wenn unsere Seele uns nicht zerstören, sondern zurück zu uns selbst führen will?

Was, wenn all das kein Zeichen von Versagen ist, sondern ein Ruf nach Veränderung?

Vielleicht beginnt Befreiung genau dort, wo wir aufhören, gegen uns selbst zu kämpfen.

Der erste Funke

Manchmal braucht es Zeit, manchmal geht es schneller. Doch irgendwann entsteht dieser erste Funke – eine kleine Ahnung davon, in welche Welt du stattdessen wachsen möchtest.

Du beginnst, dieser Idee mehr und mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Malst dir die neue Welt immer klarer und lebendiger aus. Umgibst dich mit Menschen, die genau das verkörpern, wonach du dich sehnst, liest inspirierende Bücher, besuchst Seminare.

Aus dem Funken wird ein Feuer, das in dir zu brennen beginnt. Und plötzlich wird dein Leben wieder weiter, bunter, lebendiger.

Die Fesseln sprengen

Nach und nach gestaltest du dein Leben wieder so, wie es zu dir passt. Nicht von heute auf morgen, sondern in einem stetigen Prozess. Bis das Feuer in dir so groß ist, dass du den Mut hast, die Ketten zu sprengen und dich selbst zu befreien.

Die ersten Schritte werden noch vorsichtig sein, doch die Befreiung von all den Einschränkungen macht neue Erfahrungen möglich:

Du kannst wieder durchatmen.
Klarer denken und handeln.
Dich selbstwirksam, lebendig und frei fühlen.

Und vor allem kannst du wieder du selbst sein.

Aufbrechende Kette als Symbol für innere Befreiung und das Lösen aus zu engen Lebensmustern.

Mein eigener Weg

Ich kenne diesen Prozess aus eigener Erfahrung. In meinem ersten Beruf war ich Teil eines Systems, dessen Arbeitsbedingungen nicht zu meinen Bedürfnissen passten. Ich konnte dort nicht im Einklang mit meinen Werten leben und mich nicht wirklich entfalten. Es gab kaum Freiraum, dafür umso mehr Einschränkungen. Meine Lebendigkeit schwand von Tag zu Tag, bis ich krank wurde und irgendwann nichts mehr ging.

Dann begann ein intensiver Prozess der Auseinandersetzung mit mir selbst, der Annahme der Situation und der Heilung.

In einer schlaflosen Nacht habe ich ein Gedicht geschrieben. Es war der Versuch, Jahre voller Belastung in Worte zu fassen. Im Schreiben selbst lag auch eine kleine Befreiung.

Auch wenn der Weg heraus nicht sofort greifbar war, ging es zunächst um Abstand, Selbstfürsorge und darum, wieder in die eigene Kraft zurückzufinden. Und erst daraus darf langsam etwas Neues entstehen.

Befreiende Fragen

Vielleicht spürst du gerade auch diese Ketten, die immer enger werden und dich handlungsunfähig machen. Wenn das so ist, möchte ich dir diese Fragen mitgeben:

  • Wer oder was limitiert dich?
  • Wer möchte nicht, dass du dich veränderst? Möchtest du die Verantwortung für dessen Gefühle tragen oder sie bei dieser Person lassen und stattdessen die Verantwortung für dein Leben, deine emotionale, psychische und körperliche Gesundheit übernehmen?
  • Welcher Funke, welche Idee von etwas Neuem und Passenderem zeigt sich vielleicht bereits in dir?
  • Wie kannst du dieser Idee mehr Aufmerksamkeit schenken?
  • Was wird möglich, wenn du dich aus diesen Ketten befreist und deiner Idee erlaubst, Wirklichkeit zu werden?
  • Wo könntest du diese Woche einmal nach deinen eigenen Bedürfnissen entscheiden – statt nach dem, was von dir erwartet wird?

Zwischen Aufbruch und Ankommen: Der Weg zurück zu dir selbst

Vielleicht gibt es keine schnellen Antworten. Und vielleicht ist das auch gar nicht nötig.

Befreiung ist selten ein einzelner Moment, sondern eher ein Weg zurück zu dir selbst. Ein Prozess, in dem du Schritt für Schritt wieder lernst, deiner inneren Stimme zu vertrauen, deine Bedürfnisse wahrzunehmen und dir selbst den Raum zu geben, den du brauchst.

Manches darf noch unsicher sein. Manches darf noch im Entstehen sein. Wichtig ist nicht, schon angekommen zu sein, sondern dich nicht mehr zu übergehen.

Freiheit beginnt in dir.

Und manchmal führt sie zu einer weiteren wichtigen Erkenntnis: Du musst dein Leben nicht länger nur aushalten – du darfst es gestalten.

Genau darum geht es im nächsten Artikel zum Thema „Selbstermächtigung“.

Dieser Artikel ist der zweite Teil einer dreiteiligen Reihe über innere Veränderung:

Ich krieg die Krise! – Wenn das alte Ich stirbt · Die Befreiung – Sich aus zu engen Lebensmustern lösen · Selbstermächtigung – Vom Aushalten zum Gestalten

Aus einem kleinen Funken kann mit der Zeit ein Feuer werden. Wenn dich diese Gedanken auf deinem weiteren Weg begleiten dürfen, freue ich mich, dich auch im Growthletter wiederzusehen. Dort teile ich persönliche Gedanken, neue Blogartikel und Einblicke aus meiner Arbeit.

Welche Gedanken hat dieser Artikel bei dir angestoßen? Ich freue mich, wenn du sie in den Kommentaren teilst.

2 Kommentare zu „Die Befreiung – Sich aus zu engen Lebensmustern lösen“

  1. Avatar von Sona Terlohr Elterncoachin

    Liebe Carina,
    dein Gedicht hat mich wirklich berührt. Besonders die Zeilen zur Inklusion und zum starren Lehrplan – da spricht so viel Wahrheit und Erfahrung mit, das trifft einen Nerv. Ich bin selbst sehr für Inklusion und finde es erschütternd, wie oft das System weder den Kindern noch den Erwachsenen darin gerecht wird, die sich eigentlich mit Herzblut engagieren wollen. Im Elterncoaching ist Schule und die Probleme damit leider immer wieder ein großes und sehr belastendes Thema!
    Danke, dass du das so ehrlich in Worte gefasst hast. Alles Gute für deinen neuen Weg!
    Herzliche Grüße
    Sona

    1. Avatar von Carina Göckeler

      Liebe Sona,

      vielen lieben Dank für deine wertschätzenden Worte und dafür, dass du meine Gedanken so aufmerksam gelesen hast! Es freut mich sehr, dass dich das Gedicht berührt hat.

      Inklusion ist für mich auch ein unglaublich wertvoller und wichtiger Grundgedanke. Umso trauriger finde ich, wie wenig die Umsetzung im Schulalltag diesem Gedanken gerecht wird und wie sehr dabei nicht nur Kinder, sondern auch die Menschen, die sie begleiten und unterstützen möchten, an ihre Grenzen kommen.

      Ich kann mir gut vorstellen, dass Schule und die damit verbundenen Herausforderungen deshalb auch im Elterncoaching immer wieder ein großes und belastendes Thema sind.

      Ich wünsche dir für deine Arbeit ganz viel Kraft, Herz und Zuversicht – und vor allem, dass du mit deiner Begleitung dazu beitragen kannst, dass Eltern und Kinder sich gesehen, verstanden und in ihren Möglichkeiten gestärkt fühlen. 🌱

      Liebe Grüße
      Carina

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