Selbstermächtigung – vom Aushalten zum Gestalten

Helle Sonne, die über dunklen Wolken in einem leuchtend orangefarbenen Himmel strahlt

Selbstermächtigung – was bedeutet es, das eigene Leben zu gestalten?

Was passiert, wenn wir aufhören, unser Leben nur auszuhalten, und beginnen, es bewusst zu gestalten?

Wenn wir uns erlauben, die eigenen Bedürfnisse und Werte ernst zu nehmen, alte Grenzen zu hinterfragen und Schritt für Schritt unseren eigenen Weg zu gehen?

Diese Gedanken haben mich zu meinem Gedicht „Selbstermächtigung“ inspiriert.

Bestimmt kennst du solche Momente auch. Dieses Gefühl, dass etwas in dir längst weiß: So wie bisher kann oder möchte ich nicht weitermachen.

Es gibt Bereiche in unserem Leben, in denen wir uns nach Veränderung sehnen. Situationen, Gedanken, Erwartungen oder Grenzen, bei denen wir uns fragen, ob es auch anders gehen könnte.

Selbstermächtigung bedeutet nicht, von heute auf morgen alles anders zu machen. Manchmal beginnt sie viel kleiner: damit, ehrlich hinzuschauen. Einen alten Gedanken zu hinterfragen. Oder einmal etwas Neues auszuprobieren.

Deshalb möchte ich dir zum Abschluss zwei kleine Übungen mitgeben.

Vom Aushalten ins Gestalten – zwei kleine Übungen

Manchmal beginnt Selbstermächtigung nicht mit einer großen Entscheidung, sondern mit dem ehrlichen Blick auf das, was gerade ist.

1. Wo halte ich noch aus?

Nimm dir einen Moment und frage dich:

  • Wo in meinem Leben halte ich gerade etwas aus, obwohl ich mir eigentlich eine Veränderung wünsche?
  • Was genau halte ich aus?
  • Was hält mich bisher davon ab, etwas zu verändern?
  • Und was wäre ein erster, noch so kleiner Schritt vom Aushalten ins Gestalten?

Du musst dabei noch keine Lösung finden. Es geht zunächst nur darum, wahrzunehmen, wo du gerade stehst.

2. Welche Gedanken limitieren mich?

Oft sind es nicht nur äußere Umstände, die uns zurückhalten. Auch die Geschichten, die wir uns selbst erzählen, können zu unsichtbaren Grenzen werden.

Schreib spontan drei Sätze auf, die du dir selbst immer wieder sagst und die dich eher kleinhalten oder zurückhalten.

Zum Beispiel:

„Das kann ich nicht.“
„Dafür bin ich nicht mutig genug.“
„Was würden die anderen denken?“
„Ich muss erst noch …“

Und dann frage dich: Was könnte ein neuer, selbstermächtigender Gegengedanke sein?

Nicht unbedingt ein überschwängliches „Ich kann alles!“, sondern ein Satz, der sich für dich wirklich stimmig und möglich anfühlt.

Aus „Ich kann das nicht.“ könnte zum Beispiel werden: „Ich weiß noch nicht, wie es geht – aber ich darf es ausprobieren.“

Oder aus „Was werden die anderen denken?“: „Ich darf herausfinden, was für mich richtig ist.“

Und jetzt wird es praktisch:

Such dir einen deiner neuen Gedanken aus und probiere ihn in den nächsten zwei Tagen ganz bewusst aus.

Beobachte eine Situation, in der dein alter Gedanke normalerweise auftauchen würde. Und dann halte kurz inne.

Was würde ich jetzt tun oder sagen, wenn ich meinem neuen Gedanken wirklich glauben würde?

Du musst dabei nichts Großes verändern. Vielleicht sagst du einmal deine Meinung, setzt eine kleine Grenze, sagst Ja zu etwas, das dir wichtig ist. Oder erlaubst dir, etwas auszuprobieren, das du bisher als „nicht für mich“ gehalten hast.

Es geht nicht darum, es sofort richtig zu machen. Es geht darum, eine neue Möglichkeit zu erleben.

Denn manchmal entsteht Selbstermächtigung genau dort:
in dem Moment, in dem wir merken, dass wir nicht jedem alten Gedanken folgen müssen.

Mit diesem Gedicht endet meine dreiteilige Reihe über innere Veränderung.

Ich krieg die Krise! – Wenn das alte Ich stirbt · Die Befreiung – Sich aus zu engen Lebensmustern lösen · Selbstermächtigung – Vom Aushalten zum Gestalten

Ich hoffe, die Reise hat dich berührt, zum Nachdenken angeregt oder dir an der einen oder anderen Stelle Mut gemacht.

Welcher Gedanke ist dir besonders im Herzen geblieben? Ich freue mich, wenn du ihn in den Kommentaren teilst.

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