Die ein oder andere Krise haben wir alle schon erlebt: eine Trennung, eine Kündigung, der Tod eines geliebten Menschen oder Tieres, ein Unfall, eine schwere Krankheit oder andere tiefgreifende Umbrüche.
Doch wie kann man eine Krise überwinden und daraus innerlich wachsen?
Wenn das Vertraute stirbt
Vor ein paar Jahren habe ich einen Vortrag von Gunther Schmidt (Hypnosystemiker) gehört, der über Krisen sprach. Er beschrieb Krisen als eine Art „Zwischenzeit: wenn das Alte, Vertraute stirbt, aber das Neue noch nicht geboren werden kann“.
Damals befand ich mich ebenfalls in einer Krise – genauer gesagt am Beginn einer länger anhaltenden Krise, was mir zu dem Zeitpunkt aber noch unbewusst war – und konnte mich in seiner Beschreibung total gut wiederfinden. Plötzlich hatte ich endlich auch ein Wort für meinen Zustand: Krise!
Das war befreiend und beängstigend zugleich.

Die Situation spitzte sich immer weiter zu, bis ich schließlich krank wurde. Anfangs war ich noch sehr im Außen und fragte mich vor allem, wie das für andere Menschen aussah. Sie hatten schließlich nicht mitbekommen, was während der letzten Jahre in meinem Inneren passiert ist: all die inneren Kämpfe, die zu meinem Alltag geworden sind und die enorme Anstrengung, so zu tun, als sei alles okay. Dann ging „plötzlich“ gar nichts mehr und ich wusste nicht einmal, wie lange dieser Angst einflößende Zustand anhalten würde, denn ich hatte noch keine Idee, wie etwas Neues konkret aussehen und umgesetzt werden könnte. Es gab einen gefühlten Stillstand – Krisenstimmung eben!
Doch nach und nach wandelte sich etwas…
Vom Außen ins Innen
Ich begriff allmählich, dass es gar kein Stillstand war, sondern dass in meinem Inneren unglaublich viel passierte: Reflexion, Loslassen des alten Ideals, Heilung alter Wunden, Ent-Wicklung, Wachstum und die Vorbereitung auf etwas Größeres. Drei Tage nachdem mir genau das bewusst wurde, sagte eine Psychologin sinngemäß Folgendes zu mir: Wenn es diese Zwischenzeit der Innenschau nicht geben würde, könnte auch nichts Neues entstehen. Denn dann wäre es lediglich eine Wiederholung des Alten in einem anderen Gewand.
Also durfte ich mir Zeit nehmen, meine Vergangenheit noch einmal intensiv zu beleuchten und danach das Neue bewusst und reflektiert willkommen heißen zu können.

Ein heiliger Raum
Langsam wurde mir klar, dass diese Zwischenzeit doch nicht die „schrecklichste Krise meines bisherigen Lebens“ oder „unnütze Zeitverschwendung“ war, sondern ein „heiliger Raum“, den ich bewusst gestalten durfte.
Zunächst stand alles Kopf, aber durch den Perspektivwechsel konnte ich Dinge neu betrachten und mich darauf vorbereiten, die vertraute Umgebung zu verlassen, um in eine neue, passendere Welt hineingeboren zu werden.

Eigentlich war auch darin der ewige Kreislauf des Lebens wiederzufinden: Das alte Ich musste sterben, damit ein neues wachsen, gedeihen und aufblühen konnte.
Meine Learnings
Das habe ich aus dieser Krise für mich mitgenommen:
- Krisen zwingen uns zu höherem Bewusstsein: Sie konfrontieren uns mit unseren Werten und Grenzen.
- Krisen sind ein natürlicher Prozess des Lebens. Sie können Neues entstehen lassen und uns die passendere Richtung weisen.
- Krisen können zu einem heiligen Entwicklungsraum werden, wenn wir bereit sind, ihnen bewusst zu begegnen.
Statt dich in so einer Phase also abzulenken, zu betäuben oder vorschnell einen Schlussstrich ziehen zu wollen, kannst du dir folgende Fragen stellen:
- Was am Alten war gut für mich und wie kann ich den emotionalen Wert davon bewahren?
- Welche Anteile in mir möchten sterben, weil sie nicht mehr dienlich sind?
- Wie kann ich sie in Frieden gehen lassen?
- Was möchte sich transformieren und neu geboren werden?
- Wer möchte ich sein?
- Was kann ich in den nächsten Tagen tun, das mich mit mir selbst verbindet?
Wenn du dich mit dem Thema weiter beschäftigen möchtest, findest du in meinem Workbook „Scheiter heiter!“ viele Gedanken, Reflexionsfragen und Übungen, die dich dabei unterstützen können, Krisen, Fehler und Umbrüche aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Wenn du dir zunächst einen Eindruck verschaffen möchtest, erfährst du in diesem Blogartikel mehr über die Idee hinter „Scheiter heiter!“ und was dich darin erwartet.
Vielleicht stehst du gerade mitten in einer solchen Zwischenzeit. Dann fühlt sich möglicherweise vieles noch unklar an und du kannst noch nicht erkennen, wohin dein Weg führt.
Ich wünsche dir den Mut, dieser Phase zu vertrauen! Nicht, weil Krisen leicht sind, sondern weil in ihnen oft bereits der Samen dessen verborgen liegt, was später einmal aufblühen darf.
Denn wo Altes gehen darf, entsteht Raum für Neues.
Im nächsten Artikel geht es um die Befreiung – darum, wie wir uns aus zu engen Lebensmustern lösen und wieder mehr bei uns selbst ankommen.
Dieser Artikel ist der erste Teil einer dreiteiligen Reihe über innere Veränderung:
Ich krieg die Krise! – Wenn das alte Ich stirbt · Die Befreiung – Sich aus zu engen Lebensmustern lösen · Selbstermächtigung – Vom Aushalten zum Gestalten

Hallo, ich bin Carina.
Mich fasziniert die Frage, wie Menschen ihr einzigartiges Potenzial entdecken und ein Leben gestalten können, das sich wirklich nach ihnen anfühlt. Deshalb teile ich in diesem Blog Gedanken, Impulse und Inspirationen rund um Selbstreflexion, persönliches Wachstum und die kleinen Schritte, die Großes verändern können.
Die Geschichte hinter diesem Blog
Auch ich kenne das Gefühl, mich selbst aus den Augen zu verlieren. Mein eigener Weg hat mich gelehrt, wie kraftvoll es sein kann, die eigene Persönlichkeit wiederzuentdecken und dem inneren Leuchten zu folgen. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, was meine Arbeit und diesen Blog geprägt hat, nehme ich dich gerne mit auf diesen Weg.
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